Herrschaftsform: Republik. Rat, Senat & Volkstribune
Bevölkerung: 500 000 EW. Menschen, lokal auch Gnome, Zwerge, Elfen.
Gesellschaft: Patrizier 11 %, Bürger 57 %, Sklaven 32 %.
Städte: Karinthar (Hauptstadt) 80 000 EW, Argos 50 000 EW, Kreisheim 45 000 EW, Rethimnon 30 000 EW, Telaron 12 000 EW
Religion: Cholestes, Quincus, weitere Götter der Ordnung, die vier Elemente
Wirtschaft: Wissen, Erfindungen, Bücher, Gewürze, Oliven, verarbeitendes Handwerk, Schiffbau, Handel
Wissenschaft und Kultur: griechisch-römische Antike mit fortschrittlichen Elementen des 15. Jahrhunderts.
Khemara liegt auf der Westseite des Kontinents am Drachenmeer. Anrainer sind Velron und Trellonia im Norden, Pertian im Osten und Kaskaria im Süden. Das Klima ist gemäßigt-mediterran. Im Nordwesten erheben sich Teile des Ceyclas-Gebirges, das sich vor der Küste in vielen vorgelagerten Inseln - den Ceycladen - fortsetzt. Südlich davon bis weit in den Osten erstrecken sich Hügellandschaften, vielfach mit Pinien-, Zedern-, Steineichen-, Akazien-und Olivenhainen bewachsen. Im Süden finden sich Ausläufer der kaskarischen Urwälder. Bedeutende Flüsse sind der And und der Alfazonas. Es gibt auch 3 aktive Vulkane: den Vaetna den Varna und den Tulkatoa. Khemara ist in 5 Provinzen unterteilt: Ceyclara, Calermo, Merona, Itraka, Khiareli. Die Hauptstadt heißt Karinthar.
Geschichte:
Khemara hatte sich vor über 1000 Jahren von dem zerfallenden Selinischen Imperium abgespalten. Nach drohendem Rückfall in die Barbarei besann man sich 200 Jahre später in einer Art Renaissance auf die kulturellen Errungenschaften seines Vorgängers und arbeitete sich allmählich zu der wirtschaftlich und wissenschaftlich fortschrittlichen Nation hoch, als die Khemara heute bekannt ist.
Wappen:
Auf purpurnem Grund eine schwarze und eine weiße Schlange, die gemeinsam eine Schale mit dem Feuer CHOLESTs tragen.
Staat:
Die Republik Khemara wird vom Hoherat der Fünf und dem Senat regiert.
Zum Hoherat gehören: Praetor Scientiae (Magie, Wissenschaft, Bildung: Professor Sarek Sahr), Praetor Mercaturae (Handel & Wirtschaft: Zunftherrin Thessalina Capricensis), Praetor Juris (Recht & Gesetz: Professor Paul Eclatrium), Praetor Cultuus (Religion & Kultur: Hohepriesterin Merilla von Itraka), Praetor Securitatis (Militär & Polizei: General Carolus Dacato). Der Rat legt verbindliche Richtlinien fest, welche von den regionalen Machthabern, den Patronen der einflußreichsten Familien, umgesetzt werden. Die Praetoren werden vom Senat gewählt, und zwar reihum im Wechsel alle 2 Jahre, so daß eine Amtszeit jeweils 10 Jahre beträgt.
Derzeit umfaßt die Curie 55 Senatoren. Senator wird man auf Lebenszeit. Etwa 40 der Senatorenposten sind unter den Patrizierfamilien mehr oder weniger fest aufgeteilt, d.h. wenn ein Senator stirbt, benennt seine Familie den Nachfolger. Die restlichen 15 werden durch Abstimmung an Bewerber bürgerlicher Herkunft vergeben. Formal hat der Senat nur beratende Funktion, faktisch ist er das Machtzentrum des Staates. Der Hoherat macht nur selten von seinem Recht Gebrauch, den Senat von der Abstimmung auszuschließen.
Interessenvertreter der Bürger und Gegengewicht zum Senat sind die 5 Volkstribune, die in den Provinzen alle 5 Jahre von und aus den Plebejern gewählt werden. Ein Volkstribun kann jede Entscheidung des Rats und Senats mit seinem Veto blockieren. Er wird sich aber hüten, den mächtigen Familien zu sehr im Weg zu stehen, denn die schicken unter Umständen auch mal ihre Assassinen vorbei ...
Bevölkerung:
In Khemara leben hauptsächlich Menschen, unter den karstigen Bergen im Norden einige Gnomen- und Zwergenstämme, in den Wäldern des Südens zahlreiche Elfen. Man schottet sich nicht ab. Mit anderen Rassen hat man kein Problem, solange sie keinen Ärger machen. Fremde werden in der Handels- und Forschungsnation gerne willkommengeheißen, besonders wenn sie Geld, Waren oder Wissen mitbringen.
Machtpfeiler und Säulen der Gesellschaft sind große, clanartige Familien. Die 22 mächtigsten Familien (Patrizier) teilen etwa 70 % aller bedeutenden Posten unter sich auf: Regierung, Gildenvorstand, Hohepriester etc.. Zur Nobilität zählen die Familien Sahr, Magellan, Capricensis, Bilapis (=Zweistein), Scippio, Dacato, Saritakis, Smeik, Eclatrium u.a..
Weitere 54 Familien sind bürgerlich (Plebejer) und stellen einen Großteil der Handwerker, Händler, Priester, Bauern, Soldaten. Die Standesgrenzen sind jedoch nicht starr. So ist es auch Plebejern möglich, in Patrizierfamilien einzuheiraten oder sich mit Fleiß und Können hochrangige Positionen zu erarbeiten. Beziehungen sind dabei das A und O. Geld ist wichtig, die eigenen Fähigkeiten und Leistungen sind wichtig, aber ohne Beziehungen zu den richtigen Leuten läuft in Khemara gar nichts.
Ein Drittel der Bevölkerung sind Sklaven. Diese übernehmen vielfältige Aufgaben im öffentlichen Dienst (z.B. Wartung der Kanalisation, Bäderaufsicht, Müllabfuhr, Straßenreinigung, Platzwarte bei Veranstaltungen), in Betrieben und in privaten Haushalten (Gehilfen, Diener, Lehrer etc.) und können hochgebildet sein. In der Regel werden sie pfleglich behandelt, denn sie gelten als wertvoller Besitz. Qualifizierte Sklaven können Geld für ihre Arbeit bekommen; ja, sie können unter Umständen sogar Ämter bekleiden. Berühmtestes Beispiel ist Lucius Resir, der Leibsklave und Berater des Handelsherren Alessandro Scippio, der so versiert war, daß ihm die Welthandelsschule Argos eine Professur anbot. Er hätte sich nach wenigen Jahren Lehrtätigkeit freikaufen können, blieb aber aus Loyalität in der Familie.
Khemaras Markenzeichen ist die blühende Wissenschaft. Auf kein anderes Reich trifft der Ausspruch "Wissen ist Macht" eher zu. In vielen Bereichen der Magiekunde, Alchemie und Naturwissenschaft ist Khemara führend auf Tanebria. Die Thesen der Gelehrten revolutionieren seit Jahrzehnten das Verständnis der Welt vor und hinter den Dingen. Dieses Wissen verbreitet Khemara sehr gern, oft gegen klingende Münze. Die Kunst des Buchdruckes wurde hier bereits erfunden.
Man bemüht sich, die Gelehrsamkeit auf eine breite Basis zu stellen. Zahlreiche Akademien, Tempel, Zirkel und Schulen konkurrieren um die klügsten Köpfe. Berühmt sind die Bibliotheken und Universitäten der großen Städte, welche mehrere Institute und Fachrichtungen, Dutzende von gestandenen Wissenschaftlern und hunderte von Studenten unter einem Dach vereinen.
Es sind ihrer 4 in Khemara: die Staatliche Universität Karinthar (Schwerpunkt Staats- und Rechtswesen, Geisteswissenschaften und die Schönen Künste), die Crysaora-Megalogos-Universität zu Kreisheim (Schwerpunkt arkane- und Naturwissenschaften, man lebt halt nah an den Elfen), die Welthandelsschule Argos (Schwerpunkt Wirtschaftswissenschaften) und die Fachakademie Rethimnon (Schwerpunkt Technik und Ingenieurswissenschaften; hier wird der gnomische Einfluß sichtbar). Das Studium an einer Universität ist sehr teuer. Kreisheim beispielsweise verlangt allein an Studiengebühren 5 Gold pro Semester, und da sind noch nicht die Prüfungsgebühren, Aufwendungen für Lehrmaterial oder die Lebenshaltungskosten miteingerechnet. Diverse Stipendien staatlicher oder privater Trägerschaft tragen dafür Sorge – zumindest theoretisch – daß auch mittellose Begabte eine Chance haben.
Der Reichtum Khemaras basiert auf Handel und auf der praktischen Umsetzung des Wissens. Der Staat fördert dessen Verbreitung und Nutzung, indem er das Kollektiveigentum an Wissen in einem ansonsten kapitalistischen System pflegt: Wer eine Erfindung oder Entdeckung macht, ist verpflichtet, sie zu veröffentlichen und der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Der Erfinder erhält für seine Leistung eine stattliche Prämie und seine Familie zusätzliches Ansehen.
Technisches, magisches und naturkundliches Verständnis führt so landesweit zu verbesserten Produktionsabläufen. Das Handwerk ist auf hohem Niveau, die Seefahrt weit entwickelt. Landwirtschaft spielt eine eher untergeordnete Rolle, aber an den sonnigen Hängen werden Wein, Olivenbäume und Gewürzpflanzen kultiviert.
Die großen Städte Karinthar und Argos sind aufgrund ihrer geographischen Lage – der Alfazonas ist die Fortsetzung der Seestraße von Terinia ins Landesinnere – Drehscheiben des Handels zwischen Kontinent und Übersee. Diverse Güter werden hier umgesetzt: Olivenöl und Gewürze aus dem eigenen Land, Edelsteine aus Kaskaria, Getreide aus Pertiam, Holz aus Trellonien, Waffen aus Bahr, Sklaven aus Carestria, Rennpferde aus der Hohenmark und-so-fort. Telaron gilt als das Tor zum Osten, Kreisheim profitiert von der Nähe zum Elfenreich.
Die Berufsstände sind in vielerlei Berufsverbänden organisiert, welche so klingende Namen tragen wie: das Klerikale Konzil, der Kaufmannskontor, der Handwerkshammer, die Perlenfischereigenossenschaft, die Ärzte-Allianz, die Vereinigung Vertretbarer Versicherungen, die Ehrenwerte Gewerkschaft.
Da man in Khemara sehr wirtschaftlich und pragmatisch denkt, verzichtet man meist auf allzu drakonische Strafen. Es ist viel kostensparender und nützlicher, einen Deliquenten für kleinere und mittlere Vergehen in die Sklaverei zu schicken, als seine Arbeitskraft auf der Folter oder im Kerker zu ruinieren.
Kapitalverbrechen hingegen wie Mord oder Landesverrat ziehen die Todesstrafe nach sich. Als Kapitalverbrechen gelten auch alle Handlungen, welche dem Interesse des Landes nach einer prosperierenden Gesamtwirtschaft deutlich zuwiderlaufen und volkswirtschaftlichen Schaden verursachen: Monopolbildung, feindliche Übernahmen oder Zerschlagung von Unternehmen durch Anteilsinhaber, gezielte Zurückhaltung von Waren oder Wissen, Dumping, Rufmord etc.
Militär & Polizei:
Die Berufsarmee Khemaras ist derzeit 3 Legionen stark (18 000 Mann) zuzüglich 500 Mann Reiterei und etwa 5000 Reservisten. In Friedenszeiten sichern die Soldaten die Grenze oder sind in den Cohortes Urbanae eingeteilt, welche in der Stadt für Recht und Ordnung und die Sicherheit der Bürger sorgen. Die Organisation der Straßenwacht obliegt den örtlichen Aedilen.
Grundsätzlich darf jeder glauben, was er will. Fanatismus jeglicher Couleur ist jedoch nicht gerne gesehen, weil er die Entwicklung von Geist und Wirtschaft hindert, und gegen geltendes Recht darf natürlich nicht verstoßen werden. (Für irgendwelche Chaosgötter Menschenopfer zu bringen verstößt in Khemara ebenso gegen das Gesetz wie im Namen Talamons Bücher oder Ketzer zu verbrennen!)
Beliebteste Gottheit und quasi Staatsreligion ist natürlich CHOLEST, die zweigeschlechtliche Vertretung für Magie und Wissenschaft und Ausgleich der Kräfte. CHOLEST verbindet alle Aspekte des Seins in stetem Gleichgewicht und wird dargestellt mit 4 Armen, mit denen ER/SIE die 4 Elemente hält. In jedem größeren Ort gibt es einen CHOLEST-Tempel, in dem jungfräuliche Priester und Priesterinnen, die Cholestalen und Cholestalinnen, das Feuer des CHOLEST hüten. In diesen Tempeln wird auch alles anwendbare Wissen zusammengetragen und aufbereitet, um es der Bevölkerung zugänglich zu machen.
Weitere häufig angebetete Götter sind QUINCUS, der Listenreiche und Wandelbare und PARGOS, der Schutzpatron der Händler. In Khemaras Süden entsteht gerade eine kleine Bewegung namens Jera, die – in Anlehnung an die Elfengötter DRYELEETH und DURTHEL – die Urmutter CREA und Allvater CHAOS als heiliges Paar verehrt, wiederum mit CHOLEST in der Mittlerrolle.
Kultur & Sport:
Theaterspiele, Dichterlesungen, musikalische Darbietungen und ganz natürlich sportliche Wettkämpfe erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Nation ist geradezu sportversessen (vielleicht im Ausgleich zu soviel geistiger Tätigkeit). Wenn auf der Rennbahn in Carinthar die Quadrigen angeschirrt werden, wenn im Kolosseum orkische Boscashi-Mannschaften auf die einheimischen Favoriten treffen, wenn alle fünf Jahre die Fackel CHOLESTs nach Telaron getragen wird und dort die bronzehäutigen Läufer, Speerwerfer, Ringer und Rennreiter gegeneinander antreten, dann pilgern Zehntausende zu den Arenen, dann kann die halbe Nation in den Rausch der Spiele geraten.
Ein in jüngerer Zeit entstandenes Dimensionsloch nahe dem Dorf Thermobyl in der Hochebene von Khiareli hält die Magier, Sphärophysiker und Xenobiologen auf Trab. Wie es zu der Öffnung kam, ist umstritten, bekannt ist aber, daß kurz zuvor im Dorf ein von Dämonen besessener Elfenkrieger Amok lief, was auf die Einflußnahme dunkler Mächte hindeutet.
Aufgrund der austretenden Strahlung und Dimensionsbewohner wurde die Zone im Umkreis von 50 Meilen zum Sperrgebiet erklärt (im Dorf selbst hatte sowieso kaum jemand überlebt), und man müht sich seit 25 Jahren, es zu schließen. Allerdings nur halbherzig, wie gemunkelt wird, bietet es doch für die Wissenschaftler eine nie dagewesene Gelegenheit, ungeahnte Energieströme und fremdartige Wesenheiten zu untersuchen, die man sonst nie zu Gesicht kriegt. Die bisher nur 74 Forscher, die ihre Neugier mit dem Leben bezahlten, halten natürlich niemanden davon ab, es weiter zu versuchen.